Heft 07/2010

Heft Juli 2010

"Blickpunkt Dienstleistung" Heft 07/10 - Inhalt

  • Jobmotor Zeitarbeit läuft wieder

  • Regierung ist Zeitarbeit „dankbar“

  • Volker Enkerts als Präsident des BZA bestätigt

  • Berichte vom BZA-Arbeitgebertag Zeitarbeit 2010 in München

  • Deutliche Entgelterhöhungen in der Zeitarbeit

  • iGZ-DGB-Tarifvertrag tritt in Kraft

  • Fachkräftemangel im Gesundheitswesen – kann internationale Personalvermittlung das Problem beheben?

  • Hans-Peter Brömser als Vorstandsvorsitzender des BPV bestätigt

  • Unique Personalservice auf der Überholspur

  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: „Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung“

  • Zeitarbeit bringt Menschen in Arbeit

  • Auch Zeitarbeit ist reguläre Beschäftigung

  • Leiharbeit – Hauptverkehrsstraße in prekäre Beschäftigung

  • SPD fordert klare und faire Regeln für die Leiharbeit

  • Mehr Effizienz im Großkundengeschäft durch vereinfachte Rechnungslegung

  • Fachkräftebedarf in der Autobranche steigt deutlich

  • Nachhaltiges Engagement ist uns wichtig

  • IAT-Studie untersucht erstmals Zeitarbeit in der Pflege

  • Erste PDK-Generation besteht Prüfung

  • Vier Management-Rollen bestimmen die Blickrichtung Mitarbeiter verFühren (anstatt in die IrreFühren)

  • Personaldienstleister JOB AG trotzt der Branchenflaute

  • Das Ende der Tarifeinheit

  • Piratenpartei Baden-Württemberg unterstützt die Forderungen der IG Metall nach gerechter Entlohnung von Leiharbeitnehmern

  • Datenschutzbeauftragte fordern Nachbesserungen am Entwurf eines Beschäftigtendatenschutzgesetzes

  • Wann, was, wo gebaut wird

  • IG Metall fordert Umsetzung der EU-Leiharbeitsrichtlinie

Leseprobe

IAT-Studie untersucht erstmals Zeitarbeit in der Pflege

Auch Krankenhäuser, Altenheime und mobile Pflegedienste beschäftigen Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Deren Zahl ist derzeit noch relativ gering. Seit 2004 hat sie sich jedoch verfünffacht. Die steigende Nachfrage ist auch ein Indikator für eine wachsende Personalknappheit im Pflegebereich zeigt eine neue, von der Hans- Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung des Instituts Arbeit und Technik (IAT): Nachdem Einrichtungen tausende feste Arbeitsplätze abgebaut und Ausbildungsmöglichkeiten eingeschränkt haben, sind sie zunehmend auf Zeitarbeitskräfte angewiesen.

Allein die deutschen Allgemeinkrankenhäuser haben zwischen 1996 und 2006 rund 46.000 Pflege-Vollzeitstellen gestrichen - obwohl der Arbeitsaufwand pro Patient gestiegen und die Patientenzahl etwa gleich geblieben ist. Die Ausbildungszahlen in Kranken- und Altenpflege gehen zurück oder stagnieren. Dabei dürfte der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften in Zukunft erheblich steigen.

Wissenschaftler erwarten einen Beschäftigungsgewinn von bis zu einer Million Arbeitsplätzen im Pflegebereich bis 2025.

Die IAT-Forscher werteten für ihre explorative Studie die Stellenanzeigen großer Verleihunternehmen aus und führten Experteninterviews mit Vertretern von Pflegeeinrichtungen, Zeitarbeitsfirmen, mit Personalräten und Beschäftigten. Zentrale Ergebnisse:

Steigender Bedarf:

Derzeit, so das IAT, sind gut 19.000 Leiharbeitskräfte in Gesundheitsberufen beschäftigt, ein großer Teil davon in der Pflege. Das sind über fünfmal mehr als 2004. Und die Autoren der Studie rechnen mit einer weiteren Zunahme. Die absolute Zahl der Leihpflegerinnen - fast 80 Prozent sind Frauen - ist gemessen an den rund 1,3 Millionen Pflegekräften oder den 600.000 Leiharbeitnehmern allerdings noch relativ niedrig.

Qualifizierte Kräfte:

Während Industrie und andere Dienstleistungsbranchen oft auf Zeitarbeitnehmer ohne spezielle Qualifikation zurückgreifen, spielt die richtige Ausbildung im Pflegebereich eine große Rolle. Die Auswertung der Stellenanzeigen zeigt: Nur etwa 13 Prozent der Ausschreibungen richteten sich an Personen mit Helfer-Qualifikation, die übrigen an Fachkräfte.

Die Motive der Entleihbetriebe:

Plötzliche Personalausfälle überbrücken. In den Einrichtungen spielt oft die sehr dünne Personaldecke eine entscheidende Rolle für den Einsatz von Leiharbeitern. Denn schon einzelne krankheitsbedingte Ausfälle bringen die Personalplaner regelmäßig in Bedrängnis. Häufig bleibt ihnen nur, auf Beschäftigte anderer Stationen zurückzugreifen, und wenn auch das nicht möglich ist, sind Leiharbeitskräfte die letzte Möglichkeit. In einigen Einrichtungen geht der Bedarf allerdings über solche kurzfristigen Notfallmaßnahmen hinaus: Manchmal werden Leiharbeitnehmer eingesetzt, damit das Stammpersonal überhaupt dazu kommt, Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen.

Motiv zwei: Kosten sparen. Aufwändige Personalsuche mit Stellenanzeigen und Bewerbungsgesprächen entfällt durch die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirmen. Wer sich bewährt, kann später immer noch fest eingestellt werden. Zwar sind die Löhne, die Zeitarbeitsfirmen Kranken- oder Altenpflegerinnen zahlen, zumindest bei Berufsanfängern nicht wesentlich niedriger als reguläre Tariflöhne. Trotzdem sind Leiharbeitnehmer oft billiger, weil sie nur für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt werden müssen, nicht aber bei Krankheit oder wenn gerade kein Bedarf besteht. Für Einrichtungen, die die Auflage haben, beim Personal zu sparen, ist es zudem manchmal günstig, Leiharbeitskräfte einzusetzen, weil die Ausgaben dafür nicht unter Personalkosten verbucht werden. Vereinzelt gründeten Kliniken eigene Zeitarbeitsfirmen, in denen sie ihre Mitarbeiter zu schlechteren Konditionen weiterbeschäftigen, so die IAT-Forscher. In einigen Fällen wurden Zeitarbeitskräfte auch als Streikbrecher genutzt.

Motive der Leiharbeitnehmerinnen:

Schneller Wiedereinstieg in den Beruf, Erfahrungen sammeln. Das sind der Untersuchung zufolge zwei typische Motive für Pflegerinnen, die bei Zeitarbeitsfirmen anheuern. Wer länger arbeitslos war oder sich einen Überblick über die Arbeitsumstände in verschiedenen Einrichtungen verschaffen möchte, kann per Zeitarbeit relativ einfach testen, ob ein bestimmter Arbeitgeber auch längerfristig in Frage kommt. Zudem bewerben sich manche bewusst bei Zeitarbeitsfirmen, weil sie nur eine bestimmte Phase ohne Einkommen überbrücken wollen oder hoffen, dass sie ihre eigenen Flexibilitätswünsche als Leiharbeitnehmer besser umsetzen können. Ob Letzteres tatsächlich funktioniert stellen die Wissenschaftler allerdings infrage.

Zeitarbeit in der Pflege, fasst das IAT zusammen, sie als Symptom einer unzureichenden Ausstattung mit Planstelen für qualifizierte Fachkräfte zu betrachten. Hinzu kämen die fehlenden gesellschaftlichen Anstrengungen zur Nachwuchssicherung.

(Hans-Böckler-Stiftung)



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