Heft 07/2012

Heft Juli 2012

"Blickpunkt Dienstleistung" Heft 07/12 - Inhalt

  • Kein Gesetz zur Gleichstellung

  • Dr. Alexander Bissels CGZP: Schleswig-Holsteinisches LSG bleibt bisheriger Linie treu

  • Die BERA feiert ihr 10-jähriges Bestehen Werteorientierung als Erfolgsfaktor

  • Alleinerziehende in Hartz IV zu vielen Kompromissen bereit

  • Länder verstoßen gegen EU-Recht und Tarifautonomie Anti-Zeitarbeitsgesetze der Bundesländer sind rechtswidrig

  • IW-Zeitarbeitsindex: 867.000 Zeitarbeitnehmer im Mai - 1,5 Prozent mehr Beschäftigung in der Zeitarbeit

  • Die WELT-Konferenz "Frauen im Top-Management" zeigt eindrucksvoll, dass Unternehmen mit weiblichen Führungskräften erfolgreicher sind. Wie es gelingt, Beruf und Familie auch in verantwortungsvollen Positionen zu vereinbaren

  • Christian Holz neuer CFO der Orizon GmbH

  • Ethische Grundlagen für den wirtschaftlichen Erfolg MehrWerte in der Zeitarbeit

  • Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) legt Gespräche über Branchenzuschläge für Leiharbeiter auf Eis "Wir lassen uns nicht vor den Karren spannen"

  • Landwehr zu Besuch bei der Ausbildungsinitiative Binnenschiffahrt e. V. in Duisburg

  • Adecco Stellenindex Deutschland 19.026 untersuchte Angebote von Januar bis Mai 2012

  • iGZ-Hauptgeschäftsführer widerspricht Kritik. Weniger Zeitarbeitskräfte in der Pflege beschäftigt

  • Das AÜG Netzwerk in New York

  • Spezialisten bündeln Kompetenzen alterim verschmilzt mit der DIS Interim Management

  • Podestplatz für die DIS AG beim Wettbewerb "Europas Beste Arbeitgeber 2012"

  • Studie "Fachkräftemangel 2012": 42 Prozent aller deutschen Unternehmen haben Probleme mit der Stellenbesetzung

  • Wie das Kaninchen vor der Schlange: Viele Zeitarbeitsunternehmen verfallen in eine Schockstarre und übersehen dabei die Chancen, die sich durch rechtzeitiges Handeln bieten. Equal Pay: Chancen und Risiken für Zeitarbeitsunternehmen

  • Arbeitsvolumen wieder auf Rekordniveau

  • IG Metall-Umfrage: Prekäre Beschäftigung und Unsicherheit in der jungen Generation nehmen zu

  • Marcus Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung USG People Germany, zur Gleichbezahlung von Zeitarbeitnehmern in Branchen leider ohne abgestimmte Modelle Eine politisch verordnete Regelung konnte abgewendet werden!

  • LÜNENDONK®-LISTE 2011 "Führende Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland" Hohe Unsicherheit durch Equal-Pay-Abschlüsse

  • JOB AG Arbeitsklima-Index im zweiten Quartal unverändert Sicherheit des Arbeitsplatzes etwas weniger wichtig

  • Hays erweitert sein Service-Portfolio - Rekrutierung von Spezialisten für den Einzelhandel

  • Wann, was, wo gebaut wird

Leseprobe

Kein Gesetz zur Gleichstellung

Die Branche kann zufrieden sein mit den von den Verbänden und Gewerkschaften vereinbarten Verhandlungsergebnissen. Denn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht auf Grund der gefundenen tariflichen Lösung mit ansteigenden Branchenzuschlägen für die Zeitarbeiter vorerst keine Veranlassung für eine gesetzliche Regulierung der Zeitarbeit. Zudem begrüßte sie die Bestrebungen, ähnliche Kompromisse auch für andere Branchen vorzubereiten.

Dessen ungeachtet hatte die Ministerin bei einem Spitzengespräch Mitte Juli mit Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und DGB-Chef Michael Sommer ein sog. Monitoring zur Beobachtung der tarifpolitischen Entwicklung der Zeitarbeit vereinbart. Auf dieser Grundlage soll dann bei einem zweiten Gespräch im November überprüft werden, "ob die Entwicklung weiter in die richtige Richtung läuft", so von der Leyen. Dabei wird dann sicherlich entscheidend sein, inwiefern die nicht tarifgebundenen Zeitarbeitgeber in "ausreichendem Maße mitziehen". Und darauf muß die Branche hoffen, denn "eine Option zum gesetzlichen Eingreifen" besteht noch, falls der Prozess der Lohnangleichung von Stamm- und Zeitarbeitskräften zum Erliegen kommt.

In diesem Sinne
M. Schwarzing

Leseprobe

Wie das Kaninchen vor der Schlange: Viele Zeitarbeits- unternehmen verfallen in eine Schockstarre und übersehen dabei die Chancen, die sich durch rechtzeitiges Handeln bieten.

Equal Pay: Chancen und Risiken für Zeitarbeitsunternehmen

Equal Pay ist unausweichlich. Die einschneidenste Arbeitsmarktreform für die Zeitarbeit empfinden viele Personaldienstleister als Bedrohung ihrer Zukunft, sie sind unsicher und haben viele Fragen. Kernproblem: Ist Zeitarbeit überhaupt noch ein lohnenswertes Unternehmensfeld, wenn ein Leiharbeiter genauso viel verdient wie die Stammbelegschaft?

Eine seriöse, allgemein gültige Antwort darauf ist nicht möglich, aber sicher ist: Wer zu lange wartet, wird von den Gegebenheiten überrollt und im Wettbewerb ins Hintertreffen geraten. Deshalb gibt es nur eins: Die Risiken und die Chancen – ja, auch die gibt es mit Equal Pay – für das eigene Unternehmen detailliert analysieren und dann handeln.

Kurz die Fakten: Equal Pay ist bereits seit 2004 im Arbeitnehmer-überlassungsgesetz verankert. Gefordert werden dort Gleichbehandlung (Equal Treatment) und gleiche Bezahlung (Equal Pay) – oder als Alternative Tarifverträge. In der Folge wurden für Zeitarbeiter verbindliche Mindestlöhne eingeführt, die allerdings unter denen der Stammbelegschaft liegen. 2011 wurde das Arbeitsministerium wieder aktiv, forderte echtes Equal Pay und gab der Branche ein Jahr Zeit, dafür eine eigene Lösung zu finden – ansonsten drohten staatliche Vorgaben. Die Branchenverbände BAP und iGZ taten sich daraufhin zur VGZ (Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit) zusammen und verhandeln mit dem DGB. Das ist wegen der zahlreichen DGB-Mitgliedsgewerkschaften reichlich kompliziert, aber zwei Tarifabschlüsse gibt es seitdem: im November 2011 verhandelt mit der IG Chemie, am 22. Mai 2012 mit der IG Metall. Beide geltend ab 01.November 2012.

Deutlich höhere Lohnkosten

Damit sind zwei der größten Zielbranchen für die Zeitarbeit unter Dach und Fach und klar ist: Alles wird teurer und komplizierter. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass Zeitarbeiter stufenweise Branchenzuschläge bekommen, je länger sie demselben Unternehmen überlassen werden. Für Metall-Arbeiter heißt das zum Beispiel, dass sie nach neun Monaten Einsatzzeit 50 % Zuschlag bekommen.

Der Haken an der Sache: Keiner weiß bis jetzt, ob das Arbeitsministerium mit diesen Ergebnissen zufrieden ist oder ob nicht doch noch ganz andere Vergütungen von oben diktiert werden. Viele Zeitarbeitsunternehmen warten deshalb ab: Investitionen ins Unternehmen werden zurückgefahren, in der Sorge etwas falsch zu machen oder um schon mal vorsorglich zu sparen.

Doch diese Kaninchenstarre vor dem möglichen Feind ist sicher falsch. Denn egal wie die Marktgegebenheiten sich entwickeln: Um handlungsfähig zu bleiben, müssen Zeitarbeitsunternehmer die Risiken für ihren Bereich transparent machen und die Folgen verschiedener Tarifmodelle schon jetzt kalkulieren.

Höherer Verwaltungsaufwand

Zeitarbeit wird definitiv deutlich teurer– nicht nur wegen der Branchenzuschläge, sondern auch wegen der komplizierteren Abrechnung infolge der Abstufung der Zuschläge. Um weiter auf diesem Markt bestehen zu können, ist eine schlanke und innovative Verwaltung also unverzichtbar.

Wer als Personaldienstleister schon heute durch ungeeignete oder nicht aufeinander abgestimmte Softwarelösungen z.B. Bewegungsdaten für Entgeltabrechnung und Fakturierung aufwändig manuell zusammenstellt, wird im Wettbewerb weiter hinter innovative Anbieter zurückfallen. Wenn ab 2013 in verschiedenen Branchen unterschiedliche Konditionen gelten, müssen die Prozesse und Werkzeuge zur Verwaltung der Mitarbeiter effizient ineinander greifen. Andernfalls sind die Verwaltungskosten zu hoch, um die Konditionen für die Entleihbetriebe attraktiv zu gestalten.

Transparente Kalkulation

Unbestreitbar schwierig ist die Situation, dass immer noch nicht genau klar ist, wie die Zeitarbeitswelt ab 2013 tickt. Trotz und auch wegen (...)

Timo Mühlmann



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