Heft 11/2012

Heft November 2012

"Blickpunkt Dienstleistung" Heft 11/12 - Inhalt

  • Eine Branche im Wandel

  • Branchenzuschlagstarife – Ein zweischneidiges Schwert

  • Politik plant keine Regulierung der Zeitarbeit

  • Urteil des Bundesarbeitsgerichts: Anspruch auf Arbeitszeitverringerung bei Arbeitszeitvorgaben des Entleihers

  • Dr. Alexander Bissels Zeitarbeit: Der ALEB ist ebenfalls nicht tariffähig

  • Studie: "Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld" Unternehmen gefordert: Wie Wissensarbeiter wirklich arbeiten wollen

  • Akquisition in der Zeitarbeit: Der erste Anruf bekommt keine zweite Chance Der Facharbeitermangel hat die Akquisesituation deutlich verändert

  • IAB: Der Einstieg in den Arbeitsmarkt prägt den Erwerbsverlauf

  • PiT Personalservice seit 25 Jahren erfolgreich in Hamburg tätig

  • RAL Gütegemeinschaft Personaldienstleistungen setzt auf soziales Engagement für die Mitarbeiter in den Zeitarbeitsunternehmen

  • Aktuelle Sonderauswertung des JOB AG Arbeitsklima-Index' Was macht den Arbeitsplatz besonders attraktiv?

  • Orizon Einmarkenstrategie

  • Verband werteverpflichteter Personaldienstleister gegründet Neuer Arbeitgeberverband setzt auf verantwortungsvolles Wirtschaften in der Zeitarbeitsbranche

  • Zeitarbeit: Geschäftserwartungen im Sinkflug DIHK warnt vor weiterer Reglementierung der Branche

  • Beschäftigung Älterer deutlich gestiegen

  • iGZ-Landeskongress Nord: Kritische Worte in Richtung Gewerkschaften

  • Effekte werden überschätzt und sind nur langfristig wirksam Zeitarbeit verbessert Arbeitsmarktchancen für Arbeitslose

  • euro engineering AG erhält Absolventa-Siegel

  • Branchenzuschläge: Jetzt auch für Textil- und Bekleidungsindustrie sowie für die Holz- und Kunststoffindustrie

  • Neue Wege im Personalmanagement: Vermittlungsorientierte Zeitarbeit

  • Die vielfach bewusst übersehene Bedeutung der EuGH-Entscheidung "Herbosch Kiere"

  • Adecco Stellenindex Deutschland 49.686 untersuchte Angebote von Januar bis September 2012

  • Zeitarbeitsrechtsexperte Jörg Hennig: "Das Lohngefälle wird durch die Branchenzuschlagstarife deutlich stärker!"

  • Geforderte Qualifikationsprofile werden immer komplexer Manpower fokussiert Vermittlungsgeschäft mit "Office"-Sparte Bedarf an kaufmännischen Fachkräften steigt - Anforderungen an Kandidaten nehmen zu

  • Wann, was, wo gebaut wird

Leseprobe

Axel Walz, GF der A/S Logcare GmbH in Gersthofenund GF der Argo Personal Service GmbH in Hamburg 

Branchenzuschlagstarife – Ein zweischneidiges Schwert

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Diese Forderung der Gewerkschaften ist der Ursprung der Branchenzuschlagstarifverträge, die in Deutschland am 1. November 2012 innerhalb der Metall- und Chemiebranche eingeführt wurden. Auf Druck der Bundesarbeitsministerin sind an Allerheiligen die beiden Pilotregelungen in Kraft getreten; eine Kompromisslösung, die die Lohndifferenz zwar nicht gänzlich, jedoch größtenteils aufhebt. Ab Januar nächsten Jahres folgen Zuschläge in den Bereichen Kunststoff und Kautschuk, ab April Textil & Holz sowie Eisenbahn und Schienenverkehr. Verhandlungen laufen auch mit der NGG (Nahrungs-, Gaststätten und Genuss), Ver.di (Dienstleistungen), der GdP (Gewerkschaft der Polizei), der IG Bau und der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft). Doch wie viel geregelte Gleichheit verkraftet eine freie Marktwirtschaft? Und wie beurteilt die Zeitarbeitsbranche die neuen Zuschläge? Axel Walz, Geschäftsführer der A/S Logcare GmbH und der Argo Personal Service GmbH, sieht in den neuen Zuschlägen Herausforderung und Chance zugleich.

Um bei der aktuellen Diskussion über die Branchentarifzuschläge mitreden zu können, sollte man zunächst einmal deren Grundprinzip verstehen. Und das ist denkbar einfach: Je länger ein Zeitarbeiter in einem Unternehmen tätig ist, desto mehr nähert sich sein Lohn dem eines Stammbeschäftigten an.

Nicht ganz so einfach sieht dagegen die Umsetzung aus, denn diese erfolgt in einem Stufensystem. 15 Prozent Zuschlag winken ab dem 1. November den etwa 200.000 Beschäftigten, die mindestens sechs Wochen an den gleichen Betrieb der Metall- oder Chemieindustrie „ausgeliehen“ sind. Zusätzlich steigt der Tariflohn in der Entgeltgruppe 1 um 30 Cent auf 8,19 Euro pro Stunde im Westen und um 49 Cent auf 7,50 Euro im Osten. 

Danach steigern sich die Löhne etappenweise. Die höchsten Zuschläge fallen in der Metallbranche an. Ab August 2013 erhalten hier die ersten einen Lohnzuschlag von 50 Prozent, wenn sie mindestens neun Monate im gleichen Betrieb tätig sind. So lassen sich für einen Zeitarbeitnehmer 90 Prozent des Lohnes erzielen, den die Stammbelegschaft verdient. Bei Hilfskräften beispielsweise entspricht dies einem Stundenlohn von 12,28 Euro. Die Regeln für die Chemieindustrie sehen ähnlich aus. Sie hat in den niedrigen Lohngruppen die gleichen Stufen, in den höheren fallen sie mit 10 bis 35 Prozent Zuschlag etwas geringer aus.

Umstrukturierung des Marktes: Wer schläft, verliert

Höhere Löhne bedeuten für die Zeitarbeitsunternehmen höhere Kosten. Diese werden von den Dienstleistungsunternehmen größtenteils an ihre Kunden weitergegeben. Der enorme Kostenvorteil, den Zeitarbeit bisher häufig für die Kundenunternehmen mit sich brachte, wird damit relativiert. 40 Prozent der befragten Zeitarbeitsunternehmen rechnen daher bereits heute mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Derzeit existieren in Deutschland über 12.000 Zeitarbeitsfirmen. In den kommenden Jahren rechne ich mit einer Umstrukturierung des Marktes, bei der es, wie so oft im Leben, Gewinner und Verlierer geben wird. Ich vermute, dass sich die Zahl der am Markt verbleibenden Unternehmen bei etwa 8.000 einpendeln wird, wie vor Einführung der Tarifverträge im Jahre 2004. Zu den Gewinnern der Branche werden letzten Endes jene Firmen zählen, die neben den zusätzlichen Kostenbelastungen und dem höherem administrativem Aufwand, auch die Chancen wahrnehmen, die die Einführung der Tarifzuschläge zweifelsohne mit sich bringen wird. Steigende Löhne und Gehälter werden der Branche nämlich auch zu mehr Akzeptanz verhelfen. Gerade für Höherqualifizierte wird die Zeitarbeit somit zu einer ernst zu nehmenden Alternative. So werden wir den Kunden künftig noch besseres Personal zur Verfügung stellen und uns andererseits der Konkurrenz zu Unternehmen anderer Branchen im so genannten „war for talents“ stellen können. Wer diese Entwicklung nicht verschläft und sich strategisch neu ausrichtet, kann durchaus von den Zuschlägen profitieren. Argo hat sich dieser Entwicklung bereits frühzeitig angepasst. Wir haben (...)



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